Hl.Bernhard v.Clairvaux Abt und Kirchenlehrer

 
Hl.Bernhard v.Clairvaux   Abt und Kirchenlehrer
Abt in Clairvaux, Kirchenlehrer * um 1090 in Fontaine-lès-Dijon, dem heutigen Stadtteil von Dijon in Frankreich † 20. August 1153 in Clairvaux - im heutigen Longchamp-sur-Aujon - in Frankreich Bernhard stammte aus einer adligen, begüterten und frommen Familie. Sein Vater Tescelin le Saur stand in Diensten des Herzogs von Burgund. Bernhards Mutter Aleth sah vor seiner Geburt im Traum ein weißes Hündlein mit rotem Rücken und hörte es laut bellen. Der Traum wurde ihr so gedeutet, dass der Sohn, den sie bekommen werde, als großer Prediger Gottes Haus bewachen und seine Stimme laut gegen die Feinde der Kirche erheben werde. Bernhard besuchte die Schule im Kloster St-Vorles in Châtillon-sur-Seine. Der Tod seiner Mutter um 1105 beschäftigte ihn stark. 1113 trat er zusammen mit 30 wissenschaftlich gebildeten, adligen und idealistischen jungen Leuten, darunter vier seiner fünf leiblichen Brüder, auch sein jüngster Bruder Nivard, in das Reformkloster Cîteaux - dem heutigen St-Nicolas-lès-Cîteaux - ein. Dieses 1098 von Robert von Molesme, Alberich und Stephan Harding gegründete Reformkloster drohte zu seiner Zeit an den strengen Regeln des neuen Zisterzienserordens zugrunde zu gehen. Mit Bernhard und seinen Gefährten kam neues Leben in das Kloster, die Gründung der neuen Klöster La Ferté - heute La Ferté-St-Cyr -, Pontigny und Morimond - im heutigen Fresnoy-en-Bassigny - wurde möglich. 1114 legte Bernhard seine Profess ab, 1115 sandte ihn Abt Stephan mit zwölf Mönchen aus, um das Kloster Clairvaux - im heutigen Longchamp-sur-Aujon - zu gründen, das sich unter seiner Führung zur bedeutendsten Zisterzienserabtei entwickelte. Bernhard war ein Mann von großer Faszination. Sein Ordensbruder Abt Isaak von Stella schrieb: "Allen war er schrecklich aus Liebe und lieb aus Schrecken". Bernhard zog Novizen in einem Maße an, dass fast jedes Jahr zwei neue Klöster von Clairvaux aus errichtet werden mussten; insgesamt gründete er 68 Klöster, weitere waren ihm unterstellt, so dass 164 Abteien seiner geistlichen Führung unterstanden; bis zu Bernhards Tod wurden schon 343 neue Gründungen gezählt. 1135 bestimmte Bernhard Himmerod im Salmtal bei seinem Besuch vor Ort als Standort für das 14. Zisterzienserkloster und das erste deutsche Kloster, das direkt von Bernhard von Clairvaux gegründet wurde. Den Mönch Achard von Clairvaux entsandte Bernhard als Baumeister der Klosteranlage nach Himmerod. 1115 wurde Bernhard durch Bischof Wilhelm von Champeaux in Châlons-sur-Marne - dem heutigen Châlons-en-Champagne - zum Priester geweiht. Denken und Methodik der Scholastik prägten ihn, seine große persönliche Ausstrahlung und seine eindrücklichen Predigten kamen bei den Reisen durch alle Teile Europas zur Geltung. Bernhard wurde 1118 zum Leiter des Zisterzienserordens. Er erneuerte die Ordensregeln, so dass er zu Recht als "zweiter Gründer" des Ordens gelten kann. Seine "Consuetudines" stehen in gewissem Gegensatz zur "Regula" des Benedikt von Nursia: die Benediktiner gründeten ihre Niederlassungen auf Höhen, Bernhard ordnete sumpfige Täler an mit Wäldern, die gerodet werden mussten. Er betonte den Wert der körperlichen gegenüber der geistigen Arbeit. Ganz besonders wandte er sich in Briefen und Kapitelsbeschlüssen gegen jede figürliche Ausgestaltung der Portale, Kapitelle und Kreuzgänge, weil das den Betrachter vom Gebet ablenke. In den Ordensrivalitäten zwischen den Zisterziensern und den Anhängern der Reformen von Cluny verfasste Bernhard 1124 die "Apologie". Regularkanoniker, Prämonstratenser, Gilbertiner und Kartäuser wandten sich an ihn, um für ihre Orden Ratschläge zu erbitten; er wirkte klärend über die Frage des Übertritts von einem Orden in einen anderen. Nach dem Konzil von Troyes verfasste er 1128 eine kleine Schrift zum Lob des Templerordens: "Ad milites Templi de laude nove militie"; sie umreißt die theologischen Grundsätze des gerechten Krieges und rechtfertigt das Handeln des Ordens, dessen kirchliche Anerkennung nun erfolgte, weshalb Bernhard auch die Gründung dieses Ordens zugeschrieben wird. Frucht seiner Ideen sind zwei noch heute aktuelle Werke Bernhards: "De gradibus humilitatis et superbiae", "Von Niedrigkeit und Hochmut" und "De diligendo Deo", "Von der Liebe zu Gott", erschienen 1127. In ihnen zeigen sich Bernhards Wesenszüge: sanft und radikal, zerbrechlich und stark, aktiv und kontemplativ zugleich, mystisch begabt und mit hohen spirituellen Gaben der Prophetie und Wundertaten ausgestattet, oft auch unversöhnlich, aber empfänglich für Freundschaft. Er verfasste Kommentare zur Bibel, so der unvollendete Kommentar zum Hohelied, und Hymnen, die zum Teil noch heute gesungen werden. Seine Treue zum Papsttum gab Bernhard auch die Kraft und den Mut zu sehr scharfer Kritik an den Päpsten. Er geißelte ihre weltliche Macht und ihr profanes Gehabe, mit dem sie sich eher als Nachfolger Konstantins erwiesen denn als Nachfolger Christi. Im Kampf um die Rechtmäßigkeit des Papsttums zwischen Papst Innozenz II. und Gegenpapst Anaklet II. nach dem Schisma von 1130 trug Bernhard maßgeblich zum Erfolg des ersteren bei, für den er in ganz Europas Werbung gemacht und Unterstützung organisiert hatte. 1135 nahm er am Konzil in Pisa teil, 1137 reiste er durch Italien. 1144 und 1145 rief er die aufständischen Römer auf zum Gehorsam gegenüber den Päpsten Lucius und Eugen III. - einem ehemaligen Schüler in Clairvaux. Eugen III. widmete er 1148 sein Werk "De consideratione", "Betrachtungen". Bernhard war berühmt für seine große Predigtbegabung, die er - im Auftrag von Papst Eugen III. - nicht zuletzt in den Dienst der Anwerbung für die Kreuzzüge einsetzte; er entfachte in ganz Europa einen Rausch der Begeisterung für die Kreuzzüge. Bernhard reiste nach Nordfrankreich, Flandern und ins Rheinland, überall zogen Wundertaten und die redegewandten Predigten Bernhards zahlreiche Zuhörer und Pilger an. 1146 rief er in Vézelay zum 2. Kreuzzug auf, diese "Predigt von Vézelay" löste in ganz Frankreich Begeisterung aus; selbst König Ludwig VII. zeigte sich - neben Mitstreitern aus Frankreich, Flandern und Deutschland - zum Aufbruch entschlossen. Das ritterliche Ideal der Kreuzzüge sah das Sterben für den himmlischen Herrn als besonderes Verdienst; so formulierte Bernhard: "Ein Ritter Christi tötet mit gutem Gewissen; noch ruhiger stirbt er. Wenn er stirbt, nützt er sich selber; wenn er tötet, nützt er Christus." Die schrecklichen Folgen solcher Worte betrafen nicht nur die Menschen im Nahen Osten, sondern auch die mittelalterlichen jüdischen Gemeinden. Der Misserfolg des Kreuzzugs traf Bernhard schwer; seine erneute Kreuzzugsinitiative 1150 blieb erfolglos. Kompromisslos bekämpfte Bernhard die Katharer, 1145 unternahm er mit einem Kardinallegaten eine Predigtreise, um ihnen im Languedoc entgegenzutreten; ebenso bekämpfte er die Reformation des Petrus Waldus sowie die von Pierre Abelard - einem französischen Denker - vertretene rationalistische Philosophie, dessen Lehrsätze er 1140 durch das Konzil von Sens verurteilen ließ. Sein entschiedenes Eingreifen in die großen Kontroversen in der Kirche - so in der Frage der Gültigkeit von Papst- und Bischofswahlen oder den Fragen der Bekämpfung von Häresien - machten ihn bei den Zeitgenossen und in der Tradition zum führenden Verteidiger der Kirche und des päpstlichen Vorranges. Bernhard beharrte auf dem Vorrang des Glaubens im Umgang mit dem Dogma, dabei zeigt sich ein gewisses Misstrauen gegenüber intellektuellem Erkenntnisstreben; er billigte intellektuelles Denken nur, soweit es zu Gebet und Kontemplation hinführt. Die um 1151 verfasste "Vita S. Malachie" ist die Biographie von Malachias von Armagh, der 1148 in Clairvaux starb. Sein ganzes Leben lang begleitete Bernhard die Sehnsucht nach seinem klösterlichen Ideal, seine Biografie führte ihn selbst aber auf andere Wege. Seine Erfahrungen als Abt haben auch seinen Traktat "De precepto et dispensatione", "Von Führung und Verteilung" geprägt. Aus der großen Fülle der Legenden strahlt das Bild seiner nicht nachlassenden asketischen Bemühung um Geduld, Überwindung von Versuchungen, innerlichster Gebetsübung. Er selbst beschrieb sich als Chimäre, die dauernd mit weltlichen Dingen beschäftigt war, ohne Laie zu sein, und ständig entscheidend in die Geschicke der Kirche verwickelt war, ohne je Kirchenlenker gewesen zu sein. Als "ungekrönter Papst und Kaiser des Jahrhunderts" lenkte er die Geschichte, seine Zeit nennt man deshalb auch das "Bernhardinische Zeitalter". "Erzvater des europäischen Gefühls" nannte ihn der Historiker Friedrich Heer ob seines weiten Horizonts, ein "religiöses Genie" der protestantische Kirchengeschichtler Adolf von Harnack. Als "Doctor mellifluus", "honigfließenden Lehrer" bezeichneten ihn Zeitgenossen ob seiner herausragenden Begabung zur Predigt. Dreimal lehnte er die ihm angetragene Bischofswürde ab. Bernhard starb in Clairvaux und wurde in Cluny begraben. Bei seinem Tod gehörten 344 Klöster in ganz Europa zum Zisterzienserorden, darunter 166, die Clairvaux unterstanden.
 
ursula48
Créé par: ursula48

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Commentaires

3mam7.7

3mam7.7 dit:

Il y a 1915 jours
(✿◠‿◠) Vielen Dank für Deine 
               Freundschaft!✿
    ✿     hammermäßig gut,
            großartig gestaltet!✿
       ✿    5 ,★’ ,★’ ,★’ ,★’ !   
       (♥)¤ª“˜¨¨¨¨˜“ª¤(♥)  
     ღ herzliche Grüße ✿Marion  
California_Sister

California_Si... dit:

Il y a 1915 jours
Beautiful blingee my friend! (: 5*
hallo1953

hallo1953 dit:

Il y a 1915 jours
HALLO, liebe Ursula, GUTEN ABEND;
wunderschönes Bild, 5 ***** Sterne
dafür von mir.  Wünsche Dir viel Glück
u. Segen, Gottesschutz u. Mariens
für Dich, sehr gute Vorbereitungen.
Herzl. liebe Grüße von Barbara, ciao.
bloomssss

bloomssss dit:

Il y a 1915 jours
★·.·´¯`·.·★ ℓσvε ιт  ★·.·´¯`·.·★
Birgit3

Birgit3 dit:

Il y a 1915 jours
Ja liebe Ursula, ein so großer Ordensmann. Und Vorbild. Wieder sehr lieb bearbeitet danke dir für alles  und liebe Grüße von der Gnadenmutter aus Altötting, sie hat mir noch 5***** Sternchen für dich mit gegeben. ( Habe besonders an dich gedacht.)  Birgit
Avatar

Karinnrw dit:

Il y a 1915 jours

***** EXCELLENT *****
***** WONDERFUL *****
***** PERFECTO  *****
***** NICE JOB    *****
***** BELLE JOURNEE ! *****
*****  Kisses : Deine Karin    *****
Laureannesophie

Laureannesophie dit:

Il y a 1915 jours
 ƸӜƷ   (¯`•.•´¯) 
*`•.¸(¯`•.•´¯)¸.•´  
☆ º ♥ `•.¸.•´ ♥♥♥♥♥
__♥♥♥_____♥♥♥___♥♥♥ magnifique
bisou  
Huberta43

Huberta43 dit:

Il y a 1915 jours
5 *****
für das schöne Bild

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